● Mitteleuropäische Zeit (MEZ)
Kreis Stuttgart · Baden-Württemberg
Standort · Stuttgart
Referenz · Innenausbau · Stand 2026

Glossar.
Präzise.

Begriffe, Normen und Kennwerte, die im Innenausbau täglich vorkommen. Wenn etwas in einem Angebot oder Bauzeitplan auftaucht und Sie wissen wollen, was es bedeutet, finden Sie es hier.

A

Abdichtung DIN 18534
Norm für Verbundabdichtungen unter Fliesen in Innenräumen, gültig seit 2017. Klassifiziert Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I. W3-I gilt für Duschen und Schwimmbäder, ist Pflichtklasse für moderne Bäder. Mehr unter Fliesenarbeiten und Badsanierung.
Abnahme
Formelle Übernahme des Bauwerks durch den Auftraggeber nach VOB/B § 12 oder BGB § 640. Mängel werden im Abnahmeprotokoll festgehalten. Ab Abnahme läuft die Gewährleistungsfrist.
Aufbauhöhe
Gesamtdicke des Bodenaufbaus von Rohdecke bis Belag-Oberkante. Im Altbau oft der kritische Faktor: Estrich (40 bis 60 mm) + Abdichtung (3 mm) + Großformat-Fliese (10 mm) ergeben 53 bis 73 mm und passen häufig nicht unter vorhandene Türen.
Aufmaßprotokoll
Schriftliche und visuelle Dokumentation aus dem Aufmaß-Termin: Skizze, Maßliste, Foto-Anhang, Hinweise zu kritischen Stellen. Bildet die Grundlage für ein verbindliches Angebot.
Abschlagsrechnung
Teilrechnung über bereits erbrachte Leistungen während eines Bauvorhabens. Üblich bei längeren Sanierungen mit Abrechnung in zwei- bis vierwöchigen Abständen. Schlussrechnung erfolgt nach Abnahme der gesamten Leistung.

B

Belegreife
Zustand des Estrichs, in dem ein Bodenbelag aufgebracht werden darf. Wird per CM-Messung geprüft. Zementestrich belegreif bei maximal 2,0 CM-Prozent (verklebter Holzboden), Anhydritestrich bei maximal 0,5 CM-Prozent.
Brandschutzklasse F30/F90
Klassifizierung der Feuerwiderstandsdauer in Minuten. F30 hält 30 Minuten stand, F90 90 Minuten. F30 reicht für die meisten Wohnungstrennwände, F90 wird in der Regel bei Treppenhauswänden in Mehrfamilienhäusern gefordert. Erreicht durch GKF-Platten (Feuerschutz) statt GKB.
Buttering-Floating
Verlegemethode für Großformat-Fliesen, bei der sowohl Untergrund (Floating) als auch Fliese (Buttering) mit Kleber benetzt werden. Verhindert Hohllagen unter der Fliese. Bei Großformat ab 60x60 cm wird die Methode in der Praxis durchgängig angewandt.
Bauleitung
Steuerung der ausführenden Gewerke auf der Baustelle. Verantwortlich für Terminplan, Schnittstellen, Qualitätskontrolle und Mängelmanagement. Bei kleineren Vorhaben in Personalunion mit dem Bauherrn, bei größeren über externen Bauleiter oder Architekten.
Bautagebuch
Tägliche Aufzeichnung von Wetter, anwesenden Personen, erbrachten Leistungen und besonderen Vorkommnissen. Bei VOB-Verträgen Pflicht des Auftragnehmers; bei BAU TEAM digital geführt mit Foto-Anlagen pro Schnittstelle.
Bürgschaft
Sicherheitsleistung einer Bank oder Versicherung, die anstelle eines Sicherheitseinbehalts in bar tritt. Üblich als Gewährleistungsbürgschaft über 5 Prozent der Auftragssumme mit Laufzeit der Gewährleistungsfrist.

C

CM-Messung
Calciumcarbid-Methode zur Restfeuchtemessung im Estrich. Ein Stück Estrich wird mit Calciumcarbid in einer Druckflasche reagiert, der entstehende Druck zeigt den Wassergehalt. Genauer als elektronische Messungen, daher Standard vor jeder Bodenverlegung.

D

DIN 18157
Norm für die Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren. Regelt Klebebett-Dicke, Mindesthaftzugfestigkeit, Hohllagengrenzen (unter 5 Prozent der Fläche), zulässige Toleranzen.
DIN 18202
Norm für Ebenheitstoleranzen im Hochbau. Tabelle 3 Zeile 4: für Bodenflächen mit erhöhten Anforderungen maximal 4 mm Abweichung auf 1 m Messstrecke. Für Großformat-Beläge Toleranzen halbieren.
DIN 4109
Norm für Schallschutz im Hochbau. Definiert Mindestwerte für Luft- und Trittschalldämmung. R'w 53 dB ist Mindestwert für Wohnungstrennwände im Mehrfamilienhaus.

E

Ebenheitstoleranz
Zulässige Abweichung einer Fläche von der idealen Ebene. Im Bodenaufbau Werte aus DIN 18202. Hohe Anforderungen für Großformat-Beläge und Klick-Verbindungen.
Entkopplungsmatte
Schicht zwischen Untergrund und Fliese, die Bewegungen des Untergrunds (Risse, Quellung) von der Oberfläche fernhält. In der Regel bei Fliesen auf Holzbalkendecken und kritischen Estrichen erforderlich.
Estricharten
Zementestrich (CT): klassisch, hohe Druckfestigkeit, lange Trocknung (4 bis 6 Wochen pro 4 cm). Anhydritestrich (CA, CAF): selbstnivellierend, geringere Aufbauhöhe, schneller belegreif, aber empfindlich auf Feuchtigkeit. Trockenestrich: vorgefertigte Platten aus Gipsfaser oder Holzfaser, sofort belegbar, ideal bei knapper Aufbauhöhe im Altbau.

F

Fugenbild
Anordnung der Fliesenfugen. Kreuzfuge bei Quadratformaten, Versatzfuge (oft Drittel- oder Halb-Versatz) bei Rechteckformaten, kein Versatz unter 80 Prozent bei Großformat ab 60x120.

G

GKB / GKF
GKB ist Gipskarton-Bauplatte (Standard, weiße Farbe). GKF ist Gipskarton-Feuerschutzplatte (rot), enthält Glasfaser, ist für F30 und F90 Anwendungen vorgeschrieben.
Generalunternehmer (GU)
Bauunternehmen, das ein ganzes Bauvorhaben gegenüber dem Bauherrn übernimmt und einzelne Gewerke an Nachunternehmer vergibt. Wir arbeiten regelmäßig als Sub- und Nachunternehmer für GUs in Stuttgart und Umgebung.
Gewährleistung
Gesetzliche Pflicht des Auftragnehmers, Mängel innerhalb der Gewährleistungsfrist auf eigene Kosten zu beheben. Frist bei BGB-Werkvertrag 5 Jahre für Bauwerke, bei VOB-Verträgen meist 4 Jahre. Abgrenzung zur Garantie (freiwillige Zusage, geht über die gesetzliche Gewährleistung hinaus).

H

Haftgrund
Grundierung, die den Untergrund auf den Belag-Kleber vorbereitet. Auf Anhydrit-Estrich besonders kritisch: ohne Haftgrund hält der Kleber oft nicht.
HOAI
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Regelt die Honorierung von Planungsleistungen in neun Leistungsphasen (LP 1 bis LP 9). LP 6 bis LP 8 sind die Bau-Phasen, in denen wir als ausführendes Gewerk involviert sind.
Hourdis-Decke
Hohlsteindecke aus Stahlbeton-Trägern und keramischen Hohlsteinen. Typisch in Bauten der 1950er bis 1970er. Tragfähig, aber schwacher Trittschallschutz: nachträgliche Akustikmaßnahmen oft nötig.

K

Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 12944
Norm für Korrosionsschutz durch Beschichtung. Klassifiziert Umgebungen C1 (sehr niedrig) bis CX (offshore). Wohnungs-Stahlgeländer typisch C2 bis C3, Außenfassaden C4. Bestimmt Schichtdicke und Bindemittel.
Klimaschalung
Spezielle Gipskarton-Konstruktion mit eingearbeiteten Heizrohren oder Heizmatten, hinter der eine Wandheizung verläuft. Im Altbau eine kompakte Alternative zur Fußbodenheizung, weil die Aufbauhöhe gering bleibt. Vor Verputzung Aufheizprotokoll nach VDI 6037 erforderlich.

L

LV / Leistungsverzeichnis
Tabellarische Beschreibung aller Arbeiten in einem Bauvorhaben mit Mengen und Spezifikationen, als Grundlage für Angebote. Standard bei VOB-Vergaben, üblich bei Architekten und GU.

M

Merkblatt 2
Merkblatt der Bundesfachabteilung Aus- und Trockenbau, definiert die Qualitätsstufen Q1 bis Q4 für Spachtelarbeiten. Siehe Q-Stufen.
Mängelbeseitigung
Behebung von Defekten, die bei oder nach Abnahme festgestellt werden. Innerhalb der Gewährleistungsfrist auf Kosten des Auftragnehmers, danach kostenpflichtig. Eine genaue Mängelliste mit Foto und Datum hilft, später Diskussionen zu vermeiden.

N

Nachunternehmer
Bauunternehmen, das für einen Haupt- oder Generalunternehmer einen abgegrenzten Teil des Bauvorhabens ausführt. Synonym für Subunternehmer. Mehr unter Subunternehmer.

P

§ 48b EStG
Steuerrechtliche Freistellungsbescheinigung für Bauleistungen. Verhindert, dass der Auftraggeber 15 Prozent Bauabzugssteuer einbehalten muss. Standard-Nachweis bei seriösen Bauunternehmen.

Q

Q-Stufen (Q1 bis Q4)
Qualitätsstufen für Spachtelarbeiten nach Merkblatt 2 der Bundesfachabteilung Aus- und Trockenbau. Q1 reine Verschluss-Spachtelung. Q2 einlagig glatt, Standard-Wohnungsübergabe. Q3 vollflächig, kein Streiflicht erforderlich. Q4 streiflichtfest, vollflächig glatt verzogen, nach Merkblatt 2 bei indirekter Beleuchtung und Glanzanstrich empfohlen. Mehr im Blog: Q3 vs Q4 Spachtel.

R

R'w (bewertetes Schalldämm-Maß)
Maß für die Luftschall-Dämmung eines Bauteils in Decibel, gewichtet nach Frequenzhörkurve. Höherer Wert = besserer Schallschutz. Mindestwerte nach DIN 4109: 53 dB für Wohnungstrennwände, 55 dB im Maisonette-Bau.

S

Streiflichtprüfung
Prüfmethode für Spachteloberflächen: ein Strahler im flachen Winkel (10 bis 15 Grad) auf die Wand zeigt Wölbungen, Druckstellen und Stoßnähte unbarmherzig. Bestandteil der Q4-Spachtelung nach Merkblatt 2, bei BAU TEAM auch im Q3-Standard Bestandteil.
Subunternehmer
Siehe Nachunternehmer.
Schwindrisse
Risse im Estrich, die beim Aushärten durch Volumenverringerung entstehen. Standard im Altbau. Werden mit Zwei-Komponenten-Reaktionsharz und Wellverbinder geschlossen, nicht überspachtelt, weil sie sonst nach einer Heizperiode wieder durchschlagen.
Sd-Wert (Diffusionswiderstand)
Wasserdampf-Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke in Metern. Beschreibt, wie diffusionsoffen ein Bauteil ist. Bei Innendämmung kritisch: Dampfsperre mit hohem Sd-Wert auf der Warmseite, dampfdurchlässige Schicht außen. Falsche Anordnung führt zu Tauwasser in der Konstruktion.

T

Trockenestrich
Estrich aus vorgefertigten Platten (Gipsfaser, Holzfaser) statt aus flüssigem Mörtel. Trocknet nicht aus, sofort belegbar. Aufbauhöhe deutlich geringer (20 bis 30 mm). Standard bei Altbau-Sanierung mit knapper Aufbauhöhe.

U

Untergrundvorbereitung
Alle Maßnahmen vor dem eigentlichen Bodenbelag-Aufbringen: Reinigung, Schleifen, Spachtelung, Haftgrund. Bei BAU TEAM separat im Angebot ausgewiesen, weil im Altbau oft der Hauptaufwand.
Untergrundbeurteilung
Prüfung des Untergrunds vor jeder Folge-Verarbeitung: Festigkeit (Gitterritzmethode), Restfeuchte (CM-Messung), Sauberkeit, Ebenheit, Saugfähigkeit. Im Bestand der entscheidende Schritt vor Anstrich, Verfliesung oder Bodenverlegung.

V

Verbundabdichtung (AIV)
Abdichtungsschicht direkt unter den Fliesen-Klebebett, im Verbund mit dem Untergrund. Standard bei DIN 18534. Material: Dichtbahn, Dichtfolie oder Flüssigfolie. Wandelement: Rohrmanschetten, Wannenrand-Dichtbänder.
VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen)
Deutsches Vertragsregelwerk für Bauverträge, Standard im öffentlichen und gewerblichen Bau. Teil A regelt die Vergabe, Teil B die Vertragsbedingungen, Teil C die technischen Standards. Alternative zum BGB-Werkvertrag.
Vorsatzschale
Trockenbau-Konstruktion vor einer bestehenden Wand, meist mit Akustik- oder Installationsfunktion. CW 50/75-Profile mit einlagiger oder doppelter Beplankung. Erreicht R'w bis 53 dB beim Anbau an dünne Bestandstrennwände.
Verschnitt
Materialüberschuss durch Schnitte, Anpassungen und Ausschuss. Bei Großformat-Fliesen 10 bis 15 Prozent üblich, bei Parkett 5 bis 10 Prozent, bei Tapeten 8 bis 12 Prozent. Reserve sollte vom Bauherrn mitgekauft werden, weil Nachbestellungen oft andere Chargen liefern.

W

Wassereinwirkungsklasse
Klassifizierung der Wasserbeanspruchung auf Bauteile, nach DIN 18534 Klasse W0-I bis W3-I. W3-I entspricht Duschen, Schwimmbädern. W0-I Wohnräumen ohne ständige Feuchtigkeit. Bestimmt Pflichtmaßnahmen zur Abdichtung.
Wickelfalz
Verbindung zwischen Lüftungsrohren oder Schornstein-Manschetten mit eingerolltem Rand. Im Bad nach DIN 18534 oft die Schnittstelle, an der die Verbundabdichtung ansetzen muss. Sorgfältige Manschettierung verhindert Feuchteschäden hinter der Wand.

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