Auf einen Blick
- Wandfläche = 2 mal (Länge plus Breite) mal Höhe, minus Fenster und Türen.
- Farbbedarf = Fläche mal Anstriche geteilt durch Ergiebigkeit, plus 10 Prozent Reserve.
- Ergiebigkeit: glatte Wand rund 10 m² je Liter, normale Wand 8, raue oder saugende Wand 6.
- Schnell und ohne Rechnen: Farbverbrauch-Rechner.
Die häufigste Frage vor dem Streichen lautet: wie viel Farbe brauche ich? Die Antwort ergibt sich aus vier Größen: der Fläche, der Anzahl der Anstriche, der Ergiebigkeit der Farbe und einer kleinen Reserve. So rechnen wir das in der Praxis.
Schritt 1: Die Fläche
Die Wandfläche ist der Umfang des Raums mal die Höhe, also 2 mal (Länge plus Breite) mal Höhe. Von diesem Wert ziehen Sie die Öffnungen ab: pro Innentür rund 2 m², pro Fenster rund 1,5 m². Wer die Decke mitstreicht, addiert Länge mal Breite.
Beispiel: Ein Raum mit 4 mal 3 Metern und 2,50 m Höhe hat eine Wandfläche von 2 mal (4 plus 3) mal 2,50, also 35 m². Abzüglich einer Tür und eines Fensters bleiben rund 31,5 m² Streichfläche.
Schritt 2: Die Ergiebigkeit
Die Ergiebigkeit sagt, wie viele Quadratmeter ein Liter pro Anstrich deckt. Sie hängt stark vom Untergrund ab:
- Glatte, gespachtelte Wand (Q4): rund 10 m² je Liter.
- Normale Wand, Q3-Spachtel: rund 8 m² je Liter.
- Raufaser oder saugender Untergrund: rund 6 m² je Liter.
Schritt 3: Anstriche und Reserve
In den meisten Fällen sind zwei Anstriche richtig. Der Bedarf ist also Fläche mal 2 geteilt durch die Ergiebigkeit. Auf die Summe rechnen wir 10 Prozent Reserve, damit die Farbe nicht mitten in der Wand ausgeht und für spätere Ausbesserungen etwas übrig bleibt.
Für das Beispiel: 31,5 m² mal 2 Anstriche geteilt durch 8 m² je Liter ergibt rund 7,9 Liter, plus Reserve also etwa 8,7 Liter.
Lieber nicht selbst rechnen? Der Rechner macht es in Sekunden, inklusive Reserve.
Zum Farbverbrauch-Rechner →Den Verbrauch treibt nicht die Farbe, sondern der Untergrund.
Die typischen Fehler
- Saugender Untergrund ohne Grundierung: Frischer Putz oder Gipskarton schluckt den ersten Anstrich. Ohne Grundierung steigt der Verbrauch deutlich. Erst grundieren, dann streichen.
- Kräftige Töne unterschätzt: Intensive Farben und der Wechsel von dunkel auf hell brauchen oft drei statt zwei Anstriche.
- Öffnungen nicht abgezogen: Wer Fenster und Türen mitrechnet, kauft zu viel.
- Streiflicht ignoriert: Bei seitlichem Licht zeigt sich jede ungleichmäßige Deckung. Hier hilft kein zusätzlicher Anstrich, sondern eine saubere Q-Stufe der Spachtelung.
Fläche, Anstriche, Ergiebigkeit, Reserve. Vier Zahlen, und der Farbbedarf steht.
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