Auf einen Blick
- Belegreife per CM-Messung: Zementestrich ≤ 2,0 CM-% (≤ 1,8 mit FBH) · Anhydrit ≤ 0,5 CM-% (≤ 0,3 mit FBH).
- Ebenheit nach DIN 18202: ≤ 4 mm auf 1 m, bei Großformat-Parkett oder Klick-Vinyl Toleranz halbieren.
- Festigkeit per Gitterritz prüfen, Schwindrisse mit 2K-Reaktionsharz und Wellverbinder schließen, niemals überspachteln.
- 48 h vor Verlegung: 50–60 % rel. Luftfeuchte, 18–22 °C, Estrich gemessen. Sonst Sommerfugen, in die ein Centstück passt.
Wir verlegen vornehmlich Parkett auf Bestandsestrichen: Zement, Anhydrit, gelegentlich Asphaltgussestrich. Jeder Untergrund hat eigene Tücken. Was alle gemeinsam haben: er entscheidet vor dem ersten Klick, ob der Boden stabil läuft.
Schritt 1: Belegreife prüfen (CM-Messung)
Die Restfeuchte des Estrichs muss in einem definierten Bereich liegen. Wir messen mit der Calciumcarbid-Methode (CM-Gerät), nicht mit Elektronikgerät. Elektronik liefert nur Indikatorwerte.
- Zementestrich: ≤ 2,0 CM-% bei verklebtem Holzboden, ≤ 1,8 CM-% mit Fußbodenheizung.
- Anhydritestrich (CA/CAF): ≤ 0,5 CM-% bei verklebtem Holzboden, ≤ 0,3 CM-% mit FBH.
Eine CM-Messung dauert 10 Minuten und kostet ein Drittel dessen, was eine spätere Schadenbeseitigung kostet. Wir dokumentieren jede Messung im Aufmaßprotokoll.
Schritt 2: Ebenheitstoleranz
Die DIN 18202 Tabelle 3 Zeile 4 erlaubt für Bodenflächen mit „erhöhten Anforderungen" maximal 4 mm auf 1 m Messstrecke. Für Großformat-Parkett oder Klick-Vinyl sollte die Toleranz halbiert werden, sonst arbeitet die Klickverbindung später unter Last.
Wir prüfen mit 2-m-Richtscheit und Keilmessgerät, dokumentieren Hochpunkte und Senken im Raumplan. Über 4 mm Senke wird gespachtelt, über 6 mm Hochpunkt geschliffen.
Was am Boden als Welle erscheint, wird unter dem Parkett zur Geräuschquelle. Jede Klickverbindung über einer Senke ist ein Akustikproblem.
Schritt 3: Festigkeit
Der Estrich muss tragfähig sein. Wir prüfen mit der „Gitterritzmethode": eine V-förmige Klinge ritzt ein 2 × 2 cm Gitter. Bricht der Estrich an den Schnittpunkten aus, ist die Oberfläche zu weich. Lösung: tiefgreifender Haftgrund (z. B. Uzin PE 360) und ggf. Spachtelmasse darüber.
Schritt 4: Risse und Fugen
Schwindrisse im Estrich sind Standard im Altbau. Bewegungsfugen müssen 1:1 in den Holzboden übernommen werden, auch wenn das designästhetisch unbeliebt ist. Schwindrisse werden mit Zwei-Komponenten-Reaktionsharz und Wellverbinder verschlossen, NICHT überspachtelt.
Schritt 5: Reinigung & Haftgrund
Der Estrich wird abgeschliffen oder zumindest gefräst, dann staubsaugend gereinigt. Auf Anhydrit immer schleifen, die Oberhaut ist sonst zu dicht für die Klebkraft. Anschließend Haftgrund mit kontrollierter Schichtdicke (typisch 100–150 g/m²), Trocknung nach Herstellerangabe.
Schritt 6: Spachtelung
Vollflächige Spachtelung mit zementärer Spachtelmasse, Schichtdicke nach Bedarf. Im Altbau oft 2–4 mm vollflächig, an Senken bis 10 mm. Die Spachtelmasse muss zur Kleberwahl passen, nicht jede ist für 2K-PU-Kleber freigegeben.
Schritt 7: Klimabedingungen vor Verlegung
Holzparkett akklimatisiert sich an die Raumluft. Vor Verlegung: 50–60 % rel. Luftfeuchte, 18–22 °C Raumtemperatur, Estrich gemessen. Diese Werte stehen 48 h vor Verlegung im Raum. Wer mit 30 % Luftfeuchte verlegt, schaut im Sommer auf Fugen, in die ein Centstück passt.
Verlegt wird, wenn der Untergrund belegreif, eben, fest, geschlossen, sauber, gespachtelt ist und das Raumklima passt. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.
Was wir im Angebot dokumentieren
- CM-Messprotokoll mit Datum, Stelle, Wert, Messgerät.
- Ebenheitsraster mit eingetragenen Hoch-/Tiefpunkten.
- Risskartierung: jeder gefundene Riss mit Lage, Breite, Maßnahme.
- Klimaprotokoll: Raumluft- und Estrichmessung 48 h vor Verlegung.
- Klebersystem mit Datenblatt-Verweis und Freigabe für die Estrichsorte.
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